Kriminalitäts-Hotspot Harburg: „Gassen, die man besser meiden sollte“ – Interview mit der MOPO

Zur aktuellen Kriminalitätslage in Harburg sprach ich mit der Hamburger Morgenpost. Der Artikel erschien am 09.01.2024:

„Ich bin in Sorge, weil in dem Bezirk die Gewalt stark und wahrnehmbar zunimmt.“

In Gesprächen bei Informationsveranstaltungen bestätigt sich dies. Die Menschen erzählen mir von ihren Sorgen. Sie berichteten mir immer wieder von Auseinandersetzungen, Diebstählen und Gassen, „die man besser meiden sollte“. Ich selbst habe das Gefühl, dass sich die Situation in Harburg nicht bessert. „Es ist offensichtlich, dass die bisherigen Sicherheitskonzepte in Harburg nicht funktionieren.“

Wurden im Jahr 2021 insgesamt 14.495 Straftaten registriert, waren es im Jahr darauf 17.220. Bis September 2023 – eine Auswertung des letzten Jahresdrittels liegt noch nicht vor – waren es 13.774. „Wenn man hochrechnet, wird es eine Steigerung von rund 25 Prozent geben.“ Vergleiche man die Zahlen bis September der Jahre 2022 und 2023 würde man dort bereits eine Steigerung der Taten um knapp sieben Prozent sehen.

Diese Entwicklung macht mir große Sorgen. „Besonders bedrückend ist das, weil die Sicherheitslage in Hamburg insgesamt stabil ist.“ Exemplarisch für das, was in Harburg schiefläuft, sehe ich die Halloween-Ausschreitungen, bei denen viele junge Männer offenbar gezielt die Konfrontation gesucht hätten, vorrangig mit Einsatzkräften.

Dass Silvester weitgehend friedlich verlief, habe damit zu tun, „dass der Senat endlich aus seinen Fehlern gelernt hat“. „Bei Großereignissen mit einer außergewöhnlichen Gefahrenlage ist es unbedingt notwendig, ein starkes Polizeiaufgebot vor Ort zu haben. Daran wird auch in Zukunft kein Weg vorbeiführen.“

Besonders im Harburger Zentrum rund um das Phoenix-Center sei die Kriminalität angestiegen, dort ist meiner Meinung nach ein „Hotspot“ entstanden. Hier gerieten immer wieder junge Männer mit Migrationshintergrund mit dem Gesetz in Konflikt. „Neben einer starken Polizeipräsenz muss deshalb verstärkt auf Sozialarbeit, gemeinsam mit den migrantischen Communitys, gesetzt werden, um das Problem in den Griff zu kriegen“.

https://www.mopo.de/hamburg/polizei/neue-zahlen-so-entwickelt-sich-die-gewalt-in-harburg/ (abgerufen am 12.01.2024)